„Pure Emotionen“ beim Jubiläum: Kara lässt Rapid weiter hoffen
Just in seinem 100. Spiel für Rapid hat Ercan Kara am Sonntag beim 1:0 über Salzburg die Titelchancen des SK Rapid in der ADMIRAL Bundesliga gewahrt.
„Pure Emotionen. Wahrscheinlich einer meiner schönsten Momente“, jubelte der Joker über seinen – gegenüber Coach Johannes Hoff Thorup angekündigten – Siegtreffer. Nur drei Punkte fehlen Rapid auf die Spitze, nach vier sieglosen Partien ist der Glaube zurück. Hoff Thorup freute sich über „Energie für die nächsten Wochen“.
Nach den Enttäuschungen der vergangenen Tage, insbesondere der bitteren 0:2-Heimniederlage gegen Hartberg, war es Balsam auf die grün-weiße Seele, was sich im Finish in Hütteldorf begab. Kara schoss nach Vorlage von Yusuf Demir aus wenigen Metern ein, die Co-Produktion der zeitgleich eingewechselten Akteure (69.) krönte ein engagiertes Finish und eine Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten.
Kara nach Goldtor im Sky-Interview
Hoff Thorup: „Haben aus der ersten Hälfte gelernt“
„Es braucht gute Einstellung und Charakter, um den Mittwoch wieder aus dem System zu bekommen. Wir haben aus der ersten Hälfte gelernt und die Halbzeit gut genützt. Die Spieler haben umgesetzt, was wir besprochen haben“, lobte Hoff Thorup.
In der über weite Strecken taktisch geprägten Partie war Salzburg besser gestartet, hatte sein Pulver – und zwei Versuche von Karim Konate – aber schnell verschossen. Danach kam kaum noch Gefährliches vom ehemaligen Serienmeister. „Rapid hat uns in der zweiten Hälfte den Zugriff erschwert, war ballsicherer. Und wir haben unsere Umschaltmomente nicht sauber genug fertiggespielt“, analysierte Bullen-Trainer Daniel Beichler.
Als die 24.166 auf den Rängen schon mit einem – durchaus leistungsgerechten – Remis rechneten, kam kurz vor dem Ende Karas großer Auftritt. Es war das sechste Saisontor des 30-Jährigen, der seine Führung in der vereinsinternen Schützenliste ausbaute.
Video: Kara trifft zum späten Sieg für Rapid
Kara enttäuscht, aber heiß
Dass er angesichts dessen einmal mehr in dieser Saison beim Anpfiff auf der Bank platznehmen musste, war für Kara nicht leicht, nach einem Gespräch mit Hoff Thorup aber zumindest nachvollziehbar. „Die letzten Spiele waren gut, ich habe sehr viel geackert, aber ich habe das Glück nicht gehabt“, rekapitulierte er seine Startelfeinsätze gegen Hartberg.
Der Coach dürfte sich bestätigt sehen. „Er war enttäuscht, als ich ihm gesagt habe, dass er nicht in der Startelf steht“, meinte Hoff Thorup. „Ich habe versucht, ihn zu überzeugen, es von der positiven Seite zu sehen. Er hat am Ende gesagt, ‚okay, ich komme und erziele das entscheidende Tor‘.“
Nächster Gegner ist aufgrund des Endspiels im Cup (Freitag) erst am Montag nächster Woche (4. Mai) auswärts Cupfinalist LASK, aktuell das formstärkste Team und punktgleicher Leader vor Sturm. Es folgen der Anlauf auf den ersten Saisonsieg im Wiener Derby im letzten Heimspiel sowie der Abschluss bei Sturm. Hoff Thorup verzichtete auf Spekulationen, betonte aber die „Einstellung, alle vor uns zu attackieren“.
Beichler: Spieler sind Rückschläge gewohnt
Ähnlich wollen es die Salzburger anlegen, die nach zwei Siegen über die Austria wieder einen Dämpfer hinnehmen mussten. In der Offensive großteils ungefährlich, standen die Gäste am Ende mit leeren Händen da. „Es war sicher nicht unser bestes Spiel, aber so spät zu verlieren, ist dann natürlich sehr enttäuschend“, stellte Coach Daniel Beichler fest.
„Es ist über die 90 Minuten gesehen nicht verdient, das Spiel zu verlieren.“ Kerim Alajbegovic, ehemaliger und zukünftiger Leverkusen-Akteur, gestand: „Wir hatten sehr, sehr gute zwei Spiele, leider war das wieder ein Schritt zurück.“
Im „Schneckenrennen“ um den Titel ist man aber dennoch weiter im Rennen, nur je zwei Punkte fehlen auf Sturm und den LASK. Alexander Schlager und Co. haben das Schicksal in eigener Hand. Das Heimspiel am Sonntag gegen Sturm dürfte Klarheit in der Frage schaffen, ob man die Blackys nach zwei Saisonen entthronen kann.
Danach bekommt man es auswärts mit dem LASK und in einem möglichen „Finale“ mit Hartberg zu tun. Beichler kann der Achterbahnfahrt immerhin auch einen positiven Aspekt abgewinnen. „Die Spieler sind es aufgrund einer gewissen Inkonstanz über die ganze Saison gewohnt, mit Rückschlägen umzugehen und wieder aufzustehen. Und das werden wir diesmal genauso machen.“
HIGHLIGHTS | SK Rapid – Red Bull Salzburg 1:0
(APA)/Bild: GEPA
