Kurioser Déjà-vu-Moment: Horvath-Ausschluss erinnert an Sax 2017

Kuriose Parallele zur Gelb-Roten Karte für LASK-Kapitän Sascha Horvath am vergangenen Samstag: Bereits im August 2017 sah mit Maximilian Sax ein Bundesliga-Profi in einem Match unter der Leitung von Julian Weinberger zwei Gelbe Karten innerhalb weniger Sekunden.

Fünfter Spieltag der Saison 2017/18: Im Duell zwischen der Admira und dem Wolfsberger AC kommt es in der 28. Minute zu einer mehrfach aufsehenerregenden Szene. Der damalige Admira-Kapitän Daniel Toth wird mit einer Gelben Karte verwarnt. Folglich erhält auch sein Mitspieler Maximilian Sax eine Verwarnung aufgrund seiner Kritik am Schiedsrichter. Nur Sekunden später zückt der Referee erneut die Gelbe Karte: Die zweite für Sax. Der Offensivspieler wird mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Der frühe Ausschluss schlägt jedoch weiter hohe Wellen: Die Admira muss die erste Spielhälfte letztendlich sogar zu neunt beenden. Das Heimspiel geht mit insgesamt 0:2 gegen den WAC verloren.

Sax-Ausschluss 2017: „Kriege für das Wort ‚Gemeinheit‘ die Gelb-Rote Karte“

Im Sky-Interview danach äußerten sich Sax und Weinberger zur brisanten Situation: „Ich gehe zurück am Sechzehner und sage zu ihm: ‚Es ist eine Gemeinheit‘ und kriege für das Wort ‚Gemeinheit‘ die Gelb-Rote Karte innerhalb von 15 Sekunden. Wenn man im Fußball keine Emotionen zeigen darf, dann ist das, glaube, ich der falsche Weg. Es ist nicht so, dass ich ihn geschimpft habe“, schilderte der damalige Admira-Profi nach dem Spiel. „Ich habe gedacht, dass ich mit ihm reden kann. Wenn ich ihm meine Meinung schildere zu seiner Entscheidung und wenn er glaubt, er ist unantastbar, dann tut’s mir leid.“

So erklärte Schiedsrichter Weinberger Gelb-Rot für Sax:

Auch der Unparteiische erklärte seine Sichtweise auf die Kritik des heute in Wiener Neustadt aktiven Ex-Bundesliga-Profis: „Dass er da 20, 30 Meter angelaufen kommt, um eine Entscheidung zu kritisieren, muss ich auch hinterfragen, deswegen Gelb. Dann wollten wir das Spiel fortsetzen, dann kommt eine weitere persönliche Kritik, gegen meine Person. Demzufolge habe ich ihn dann mit Gelb-Rot ausgeschlossen. Den Wortlaut kann ich so bestätigen. Ich würde in jedem Spiel eine persönliche Kritik mit Gelb sanktionieren.“ Für Sax war die Partie nach dem Ausschluss vorzeitig beendet. Er wurde aufgrund der Gelb-Roten Karte daraufhin auch für ein Spiel gesperrt.

Horvath-Ausschluss: LASK beantragte erfolglos eine Überprüfung

Anders als der Admira-Offensivspieler damals war Horvath bei seinem Ausschluss Kapitän seines Teams. In Berufung auf die seitdem in den letzten Jahren genauer formulierte Kapitänsregelung des IFAB beantragte der LASK eine Überprüfung des Urteils. Noch gestern lehnte der Senat 1 der ADMIRAL Bundesliga allerdings das Ansuchen der Linzer ab. Horvath wird damit für ein Ligaspiel gesperrt. Er verpasst somit das Oberösterreich-Derby gegen die SV Ried am Samstag (ab 16.30 Uhr LIVE auf Sky Sport Austria!).

Sperre für Horvath fix! Liga lehnt LASK-Antrag ab

Der LASK erklärte seinen Einspruch davor wie folgt: „Die geäußerten Wortlaute, die von mehreren Personen bestätigt wurden und keinerlei Beleidigungen enthielten, sowie die Begründungen des Schiedsrichters bieten keine regeltechnische Grundlage für die vollzogene Entscheidung.(…) Der offene Diskurs zwischen Kapitän und Schiedsrichter soll – so wie im Regelwerk ursprünglich angedacht – ausgetragen werden dürfen. Emotionen, die sich in einem geordneten Rahmen und fernab von jeglichen Beleidigungen bewegen, sollen Teil des Spiels bleiben“, heißt es unter anderem in der Aussendung der Linzer.

Gelb-Rot für Horvath – die Szene im Video:

„Sascha Horvath [handelte] lediglich in Ausübung seiner Funktion als Kapitän und ist dem Schiedsrichter zu keinem Zeitpunkt in beleidigendem Maße begegnet, womit zwei Gelbe Karten eine Unverhältnismäßigkeit darstellen“, verwies der LASK außerdem auf die bestätigte Äußerung seines Spielers am vergangenen Samstag.

„Respektvoll verhalten“: Die aktuelle Kapitänsregelung des IFAB

In den Leitlinien des IFAB zur aktuellen Kapitänsregelung sind folgende Aspekte explizit vermerkt: „Normale Interaktionen zwischen Spielern und dem Schiedsrichter sind erlaubt und bleiben wichtig (für mehr Transparenz und zur Vermeidung von Frustration und Konflikten).“

Gleichzeit werde aber „jeder Spieler (einschließlich Kapitän), der mit Worten oder Gesten protestiert, (…) verwarnt (gelbe Karte)“. Durch die Reform sowie schriftlich festgehaltenen Regeln erhofft man sich mehr gegenseitigen Respekt auf dem Spielfeld. Ein Ziel sind auch weniger „verbale und physische Proteste“ während einer Partie.

Detailliert erklärt wird dabei auch das Vorgehen beim Hinterfragen von Entscheidungen: „Nur ein Spieler jedes Teams (in der Regel der Kapitän) darf sich dem Schiedsrichter nähern und muss sich gegenüber diesem stets respektvoll verhalten. (…) Der Schiedsrichter darf die Spieler mit Worten oder Gesten anweisen/auffordern, sich nicht zu nähern.“

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(Red.)

Beitragsbild: GEPA.