Schneemangel, Loitzls Bestnoten & Co.: Zehn Tournee-Geschichten aus Bischofshofen

Schneemangel, ein Fremdgänger und Sven Hannawalds Grand Slam: Auch In Bischofshofen wurde schon manche Skisprung-Geschichte geschrieben. Der SID hat zehn zusammengestellt.

8. JÄNNER 1956: HALLEIN SPRINGT EIN

In Bischofshofen liegt kein Schnee, der Tross muss auf die Zinkenschanze im benachbarten Hallein umziehen. Eine bis heute einmalige Ausnahme in der Tournee-Geschichte.

6. JÄNNER 1958: RECKNAGEL SCHREIBT GESCHICHTE

Helmut Recknagel, in Garmisch-Partenkirchen nach einem Sturz eigentlich schon chancenlos, hat sich vor dem Finale Bischofshofen immerhin auf Rang fünf vorgearbeitet. Dann gewinnt er das letzte Springen – und damit nach einer furiosen Aufholjagd als erster Deutscher die Tournee.

6. JÄNNER 1962: THOMA GEHT FREMD

Georg Thoma liegt in der Gesamtwertung auf Rang drei, doch für den Dreikönigstag hat der Olympiasieger Besseres vor als Skispringen. Der Schwarzwälder startet bei „Rund um Neukirch“ – in der Nordischen Kombination. Dort steigt Thoma nach 1,5 km aus – er hatte verwachst.

6. JÄNNER 1978: FALKO ROCKT

DDR-Springer Falko Weißpflog übertrifft mit 108,5 m den Schanzenrekord, daraufhin wird der Durchgang mit verkürztem Anlauf neu gestartet. Der österreichische Musiker Johann Hölzel ist von Weißpflog fasziniert und nennt sich später „Falco“. Der Rest ist Geschichte – und Springer Weißpflog muss sich unangenehme Fragen der Staatssicherheit gefallen lassen.

6. JÄNNER 1983: WEISSFLOGS ERSTER SIEG

Jens Weißflog ist zarte 18 Jahre alt, als sein Stern in Bischofshofen aufgeht: Der „Floh vom Fichtelberg“ holt seinen ersten von 33 Weltcupsiegen. Es ist der Beginn einer langen Karriere in Ost und West.

6. JÄNNER 1994: SKANDAL UM OTTESEN

Der Norweger Lasse Ottesen schindet auf dem Balken Zeit, der nach im springende Jens Weißflog muss daher bei deutlich schlechterem Wind starten – und den Tourneesieg noch an Ottesens Landsmann Espen Bredesen abgeben. Ottesen wird nachträglich disqualifiziert.

6. JÄNNER 2002: HANNAWALD WIRD ZUR LEGENDE

14,89 Millionen Menschen sitzen in Deutschland vor dem Fernseher, als Sven Hannawald zu seinem historischen vierten Tagessieg ansetzt. „Hanni“ gewinnt knapp vor Matti Hautamäki und schafft als erster Springer den „Grand Slam“. Bis heute ist es der letzte deutsche Tagessieg in Bischofshofen.

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6. JÄNNER 2009: LOITZLS BESTNOTEN

Der Österreicher Wolfgang Loitzl erhält im ersten Durchgang von allen fünf Sprungrichtern die Höchstnote 20,0. Nie zuvor bei der Tournee hatte es eine solche Wertung gegeben.

6. JÄNNER 2017: TANDES TRAUMA

Der Norweger Daniel Andre Tande geht als Führender in das letzte Springen. Doch dann löst sich im Flug die Bindung, Tande verhindert nur mit viel Können einen Sturz. Der Tourneesieg ist futsch, die Tränen fließen.

6. JÄNNER 2018: STOCH MACHT DEN HANNI

16 Jahre nach Sven Hannawald schafft auch der Pole Kamil Stoch den Grand Slam. „Willkommen im Klub“, sagt Hannawald. Nur ein Jahr später folgt im Japaner Ryoyu Kobayashi das dritte Mitglied.

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(SID) / Bild: GEPA