Slowenien überrascht gegen „Geheimtipp“ Dänemark
Erste, kleine Überraschung bei der EM 2024: Dänemark verpasst trotz Führung den vollen Erfolg gegen Slowenien und muss sich mit einem 1:1-Remis begnügen.
Bei seinem EM-Comeback rund drei Jahre nach seinem erlittenen Herzstillstand sorgte Christian Eriksen für Dänemarks Führungstor (17.). Slowenien steigerte sich aber mit Fortlauf der Partie, nach einem Stangenschuss von Ex-Salzburger Benjamin Sesko erzielte Erik Janza per abgefälschtem Abschluss den Ausgleich (77.).
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Es war ein einseitiges Bild dänischer Dominanz in den ersten Minuten. Die Offensive um Ex-Sturm-Legionär Rasmus Höjlund verzeichnete mehrmals bedrohliche Ballaktionen im Strafraum, blieb vorerst aber unbelohnt. Just nachdem wie aus dem Nichts ein Weitschuss Benjamin Seskos nur Zentimeter am dänischen Tor vorbeigezischt war (16.), schlugen die Dänen dann aber zu. Nach einem Einwurfe leitete Jonas Wind per Fersler auf den einlaufenden Eriksen weiter, der am Fünfer unhaltbar einschoss.
Slowenien, das vorerst auf Österreichs Meister Jon Gorenc Stankovic und Tomi Horvat verzichtete, wurde aktiver, suchte sein Heil vor allem in langen Pässen auf die Spitzen Sesko und Andraz Sporar. Bei einigen schnellen Umschaltsituationen wirkten die Skandinavier prompt anfällig, Kapital konnte die zu ungenau agierende oder ins Abseits laufende Truppe von Trainer Matjaz Kek daraus aber nicht schlagen.
Ex-Admira-Profi fälscht bei Ausgleich ab
Konkreter blieben die Dänen. Ein Flipperball im Fünfer endete fast mit einem slowenischen Eigentor, nur Momente darauf setzte Jannik Vestergaard den Ball per Kopf daneben (29.). Kurz vor der Pause zog ein Schuss des allgegenwärtigen Eriksen recht klar über das Gehäuse von Atletico-Madrid-Goalie Jan Oblak (43.).
Dänemark nahm sein spielerisches Übergewicht in die zweite Hälfte vorerst mit, die Slowenen schlugen zwischendurch zweimal erfolglos Elferalarm (51., 52.). Bis zur ersten Großchance verstrichen aber einige Minuten, Höjlund scheiterte nach Stanglpass von Victor Kristiansen aus kürzester Distanz an Oblak (65.). Slowenien fiel angesichts der prekären Lage wenig ein, lange sorgte einzig ein Sporar-Volley nach Freistoß für Gefahr (74.).
Zu Beginn der Schlussviertelstunde warf Kek Gorenc Stankovic ins Geschehen, kurz darauf waren die Slowenen zurück im Spiel. Erst ließ Sesko die Stange erzittern (76.), mit der nächsten Aktion stand es 1:1. Ex-Admiraner Morten Hjulmand fälschte den Janza-Hammer von der Strafraumgrenze unhaltbar für Goalie Kasper Schmeichel ab. Mit neuem Schwung drängte Slowenien plötzlich auf die Entscheidung, Sporars Versuch landete im Außennetz (79.). Der EM-Halbfinalist 2021 wirkte ob der vergebenen Möglichkeiten geschockt, ein echte Schlussoffensive blieb aus – und es somit beim Remis.
Reaktionen zum Fußball-EM-Spiel Slowenien – Dänemark (1:1):
Matjaz Kek (Slowenien-Trainer): „Vielleicht hat die junge Mannschaft in der ersten Hälfte ein bisschen zu viel Respekt gezeigt. Wir haben uns dann in der zweiten Hälfte befreit, es hat viel besser ausgeschaut. Das 1:1 war verdient. Dieses Spiel hat mir gezeigt, wie viel Raum für Verbesserungen wir beim nächsten Spiel haben.“
Kasper Hjulmand (Dänemark-Trainer): „Sie haben in der zweiten Hälfte einige Chancen mit Standards gehabt. Ich glaube, dass wir nicht genug produziert haben. Wir haben den Sack nicht zugemacht, und sind dann etwas nervös geworden. Meiner Meinung nach sind wir zu passiv gewesen.“
Christian Eriksen (Dänemark-Torschütze): „Es war schön zu treffen, das Tor kam zu einem guten Moment. Wir haben uns natürlich drei Punkte erhofft, es ist ein blödes Gefühl (Punkte zu verlieren). Das nächste Spiel gegen England wird schwer.“
(Red./APA.)
Beitragsbild: Imago.
