Unzulässige Forderungen? Wiener Austria gibt Stellungnahme ab
Bei der Wiener Austria überschattet aktuell ein interner Konflikt den sportlichen Erfolg der Mannschaft. Was mit einem starken Rückrundenstart Anlass zur Euphorie hätte bieten können, wird durch einen Machtkampf in den Führungsetagen getrübt. Im Zentrum stehen schwerwiegende Vorwürfe gegen Finanzvorstand Harald Zagiczek sowie den ehemaligen Sportvorstand Jürgen Werner, die beim Derbysieger erneut für Unruhe sorgen. Die Wiener Austria hat nun eine Stellungnahme abgegeben.
Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Zagiczek im Zuge von Gesprächen mit möglichen Investoren unzulässige Forderungen – unter anderem in Form von Bargeldprovisionen und erweiterten Machtbefugnissen – gestellt haben. Diese Anschuldigungen weist er vehement von sich und spricht von „unwahren“ und „verleumderischen“ Behauptungen. Gleichzeitig hat Zagiczek rechtliche Schritte gegen den kroatischen Geschäftsmann Josko Rokov eingeleitet, der als Vermittler in den Gesprächen agiert haben soll und als Quelle der Vorwürfe gilt.
Auch Jürgen Werner, der mittlerweile aus seinen operativen Funktionen ausgeschieden ist, sieht sich kritischen Fragen ausgesetzt. Medienberichten zufolge sollen Vorgänge rund um einzelne Transfers, insbesondere im Fall von Abubakr Barry, untersucht werden. Werner weist sämtliche Vorwürfe entschieden zurück.
Vereinsführung reagiert – Untersuchung eingeleitet
Der Aufsichtsrat der Austria Wien Fußball AG hat als Reaktion auf die Entwicklungen ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen beauftragt, um die Vorgänge lückenlos aufzuarbeiten. Präsident Kurt Gollowitzer betont, dass Transparenz und Integrität oberste Priorität haben. Gleichzeitig appelliert der Klub an die Öffentlichkeit, keine Vorverurteilungen vorzunehmen und betont, dass bis Abschluss der Untersuchung keine weiteren Kommentare abgegeben werden.
Die Mannschaft zeigt auf dem Platz derzeit ein geschlossenes Bild und überzeugt sportlich. Hinter den Kulissen bleibt die Lage jedoch angespannt. Der Konflikt verdeutlicht tieferliegende Meinungsverschiedenheiten über den künftigen Kurs des Vereins – sowohl hinsichtlich der Investorenstruktur als auch der personellen Ausrichtung.
Stellungnahme von Präsident Kurt Gollowitzer im Wortlaut:
„Dem Aufsichtsrat der AG wurden im Rahmen seiner Sitzung vom 16. Jänner 2026 Vorwürfe gegen Finanzvorstand Harald Zagiczek sowie gegen den ehemaligen Sportvorstand Jürgen Werner zur Kenntnis gebracht. Integrität und verantwortungsvolles Handeln haben für den FK Austria Wien oberste Priorität. Der Aufsichtsrat hat daher unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit einer umfassenden und sorgfältigen Prüfung der Sachverhalte beauftragt. Ziel ist eine objektive und vollständige Aufklärung. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden die Grundlage aller weiteren, allenfalls notwendigen Entscheidungen sein. Eine öffentliche Vorverurteilung und Verbreitung solcher Anschuldigungen und interner Verfahrensdetails ist nicht im Sinne des Klubs. Im Interesse eines ordnungsgemäßen Ablaufs und zum Schutz aller Beteiligten wird es bis zum Abschluss der unabhängigen Prüfung keine weiteren Stellungnahmen seitens der AG und des Vereins geben.“
Beitragsbild: GEPA
