Eloy Room hat als Fußball-Nationaltorhüter von Curacao im Gruppenspiel gegen Ecuador WM-Geschichte geschrieben

15 Paraden in 90 Minuten: Room stellt WM-Rekord auf

Eloy Room wächst über sich hinaus und schreibt WM-Geschichte mit dem kleinen Karibikstaat Curacao.

Nach seinen 15 Heldentaten für die Ewigkeit sank Eloy Room auf die Knie und starrte ungläubig in den Nachthimmel von Kansas City. Seine Mitspieler zerdrückten ihn beinahe inmitten des Jubels, bei den Fans flossen Tränen der Freude. Und am Ende eines Abends für die WM-Geschichtsbücher tanzte der Torhüter, der sich auf Curacao unsterblich gemacht hat, sogar noch mit dem niederländischen Königspaar, das vom Spiel der Niederlande gegen Schweden (5:1) eiligst aus Houston angereist war, durch die Kabine.

Room darf behaupten, dass ihn Lionel Messi einst nach seinem Trikot fragte, doch von diesem historischen 0:0 gegen Ecuador wird er künftig wohl zuallererst erzählen. Der 37-Jährige, der den Ball gegen das DFB-Team (1:7) siebenmal aus dem Tor geholt hatte, lieferte „das beste Spiel meiner Karriere“, er verhalf dem kleinsten WM-Teilnehmer der Geschichte zum ersten Punkt überhaupt – und Deutschland nebenbei zum Gruppensieg. „Ich habe das alles noch gar nicht richtig verarbeitet. Das ist unwirklich“, sagte Room.

Messi wollte Room-Trikot haben

Als Kind und Jugendlicher hatte der im niederländischen Nijmegen geborene Schlussmann seine Ferien bei Verwandten auf Curacao verbracht, dem winzigen Karibikstaat, der ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs der Niederlande ist. Sein Vater stammt von dort, und als 2015 plötzlich der damalige Nationaltrainer Patrick Kluivert anrief, begann Rooms Abenteuer mit der „Blue Wave“ – mit einigen unvergesslichen Momenten.

Etwa im März 2023, als Messi am Ende eines Länderspiels auf ihn zukam. Der Weltmeister gab Room sein Trikot, lobte ihn für die gute Leistung und fragte zu dessen Erstaunen, ob er im Gegenzug das Jersey des Torhüters bekommen könne. Während andere das Trikot des Superstars jagen müssen, stimmte Room verdutzt zu. Messi hatte gegen ihn immerhin sein 100. Tor für die Albiceleste erzielt.

Chance auf K.o.-Phase lebt

Da passte es zu gut, dass Room ausgerechnet in Kansas City, dort, wo Messi am Dienstag WM-Geschichte geschrieben hatte, derart auftrumpfte. Seine 15 Paraden sind eine Bestmarke, nie zuvor parierte ein Torhüter so viele Schüsse in der regulären Spielzeit einer WM-Partie. Dies sei nunmal sein „Job“, sagte Room, der lange Zeit in der niederländischen Eredivisie verbracht hatte und zu Jahresbeginn in die zweite US-Liga zu Miami FC gewechselt war, um Spielpraxis für seinen WM-Traum zu sammeln.

Dass der Neuling Curacao am letzten Spieltag sogar die Chance aufs Weiterkommen besitzt, feierten Room und seine Mitspieler mit König Willem-Alexander und Königin Maxima der Niederlande. In der Kabine lief Musik, „und sie mussten sogar tanzen“, verriet der Keeper augenzwinkernd. „Dass sie bei so einem historischen Spiel dabei sind, macht es noch spezieller.“

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