Der FC Bayern München und Konrad Laimer (Bild) wollen sich in seiner beeindruckenden Saison nicht bremsen lassen

Bayern als Favorit ins Rückspiel gegen Real

Der FC Bayern München will sich in seiner beeindruckenden Saison nicht bremsen lassen. Der deutsche Meister geht mit einer 2:1-Führung aus dem Hinspiel im Rücken am Mittwoch (21.00 Uhr) als klarer Favorit ins Viertelfinal-Rückspiel der UEFA Champions League daheim gegen Real Madrid. Konrad Laimer und seine Kollegen sind 15 Pflichtspiele unbesiegt. Reals David Alaba dürfte gegen sein Ex-Team auf der Bank Platz nehmen. Arsenal empfängt mit einem 1:0-Polster Sporting Lissabon.

Real hat drei Partien in Folge nicht gewonnen, der Haussegen hängt wieder einmal schief. Die Bayern, die in der deutschen Bundesliga bereits fünf Runden vor Schluss mit 105 Treffern einen neuen Torrekord markiert haben, sind dennoch gewarnt. „Wir kennen Real Madrid. Da ist es völlig egal, wie sie in Form sind. Wenn Champions League ist, dann performen sie“, sagte Mittelfeldmann Joshua Kimmich über den Rekordgewinner der Königsklasse.

HIGHLIGHTS | Real Madrid – FC Bayern München | Viertelfinal-Hinspiel

„Noch nicht durch“: Eberl warnt vor Real

Bayerns Sportvorstand Max Eberl verortete eine „kontrollierte Euphorie“. Und das sei auch gut so. „Wir sollen die Euphorie mitnehmen, weil wir wissen, was wir geleistet haben. Und trotzdem wissen wir, was für ein großer Gegner auf uns trifft“, betonte Eberl. „Wir haben eine gute Ausgangslage. Wir wissen aber auch, dass wir noch nicht durch sind.“ Ein Remis würde reichen. Verloren haben die Münchner nur zwei ihrer bisher 45 Saisonpartien – im November in der CL bei Arsenal (1:3) und im Jänner in der Liga gegen Augsburg (1:2).

Er werde trotz des 2:1-Vorsprungs „in den Köpfen wieder alles auf null setzen“, versprach Bayern-Trainer Vincent Kompany. Sein Team stellt sich auf „ein weiteres hartes Stück Arbeit“ ein, wie es Torhüter Manuel Neuer formulierte. Der 40-Jährige hatte den Sieg in Madrid mit einigen Glanztaten festgehalten, nachdem Luis Diaz und Harry Kane für die lange Zeit dominanten Münchner getroffen hatten. „Wir sind noch am Leben, wir glauben an uns bis zum Schluss“, richtete Real-Verteidiger Antonio Rüdiger seinen deutschen Landsleuten aus.

Mbappe meldet sich für Bayern-Kracher fit

Die Hoffnungen der „Königlichen“ ruhen auch auf dem Hinspiel-Torschützen Kylian Mbappe. Der Franzose hatte sich am Freitag im Ligaspiel gegen Girona (1:1) eine blutende Kopfwunde zugezogen, stand am Montag mit einem großen Pflaster über der genähten rechten Augenbraue aber bereits wieder auf dem Trainingsplatz. Neben dem verletzten Goalie Thibaut Courtois fehlt unter anderem Mittelfeldmann Aurelien Tchouameni wegen einer Gelbsperre.

Alabas Einsatzchancen sind durch eine Personalie zumindest leicht gestiegen: Raul Asencio machte die Reise nach München nicht mit. Real informierte über eine Magen-Darm-Grippe, die Sportzeitung „Marca“ hatte vor wenigen Wochen auch von einer Meinungsverschiedenheit mit Trainer Alvaro Arbeloa berichtet. Trotz Asencios Abwesenheit sind in Reals Innenverteidiger-Hierarchie mit Eder Militao, Antonio Rüdiger und Dean Huijsen noch drei Namen vor Alaba.

Alaba wartet seit Anfang März auf Real-Einsatz

Seinen bisher letzten Einsatz verzeichnete Alaba vor zwei Wochen in Österreichs WM-Test gegen Südkorea (1:0). Für Real stand der 33-Jährige zuletzt am 2. März auf dem Platz. Laimer dagegen ist bei den Bayern als Außenverteidiger gesetzt. Im Hinspiel war der Salzburger kurz vor dem Gegentor durch Mbappe ausgewechselt worden. Erst einmal in ihrer Europacup-Geschichte sind die Bayern nach einem Auswärtssieg im Hinspiel noch ausgeschieden: nach einem 1:0 im CL-Achtelfinale 2011 durch ein 2:3 gegen Inter Mailand.

Real hat aber schon viele verkorkste Saisonen wie diese, in der der Meisterzug mit neun Punkten Rückstand auf den FC Barcelona abgefahren scheint, in der Champions League gerettet. 15 Titel hat das „weiße Ballett“ im wichtigsten Europacup-Bewerb bereits eingefahren. Die Bayern bissen sich an Real zuletzt viermal in Serie die Zähne aus – 2017 im Viertelfinale sowie 2014, 2018 und 2024 jeweils im Halbfinale. Im Halbfinal-Rückspiel 2014 kassierten sie mit 0:4 ihre höchste Heimniederlage der Geschichte in der Königsklasse.

Für Real geht es in München quasi um die Rettung einer ganzen Saison, wie Jude Bellingham verdeutlichte. „Es ist wie ein Finale für uns“, meinte der Engländer. Man wolle am Ende der Saison „schon noch um etwas spielen“. Arbeloa agierte kämpferisch: „Wir sind Real Madrid. Wenn es eine Mannschaft gibt, die hier die Wende schaffen kann, dann wir.“ Seine Elf würde nichts Außergewöhnliches vollbringen müssen, betonte Reals Trainer. Er erinnerte noch einmal an Neuers Heldentaten vor einer Woche. „Niemand, der Madrid kennt, glaubt, dass ein Sieg morgen ein Wunder wäre.“

Arsenal muss Tiefschläge verdauen

Mit einer ebenso guten Ausgangsposition wie die Münchner geht Arsenal ins Rückspiel. Die Londoner könnten erstmals in zwei aufeinanderfolgenden Jahren das CL-Halbfinale erreichen – und sich damit auch für das heimische Titelrennen Mut machen, in dem sie am Wochenende mit einem 1:2 gegen Bournemouth ins Trudeln geraten sind. Am Sonntag (ab 17 Uhr live auf Sky – streame das Spiel mit Sky X live) wartet der große Ligaschlager beim – bei einem Spiel weniger sechs Punkte zurückliegenden – Verfolger Manchester City auf den Tabellenführer.

Arsenal hat drei seiner vergangenen vier Pflichtspiele verloren. Eine Moralinjektion käme da gerade recht. „Wir haben viele wichtige Spiele vor uns, müssen sie mit Freude annehmen und es genießen, diese Spiele zu spielen“, betonte Stürmerstar Viktor Gyökeres vor der Retourpartie gegen seinen Ex-Club Sporting. Die Leichtigkeit ist den „Gunners“ in den vergangenen Wochen abhandengekommen. Trainer Mikel Arteta vermisste „in gewissen Momenten dieses Level an Freude“ bei seinem Team. Die möglichen Trophäen im Ligacup und im FA-Cup sind weg, die beiden wichtigsten Titel sind aber noch zu vergeben.

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(APA) / Bild: Imago