Kanada und USA gehen mit Optimismus ins Turnier

Die Co-Gastgeber USA und Kanada gehen mit großen Hoffnungen in ihre Auftaktspiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Kanadier plagten sich vor dem Spiel gegen Bosnien-Herzegowina am Freitag (21.00 Uhr MESZ) in Toronto jedoch mit Verletzungssorgen herum, der Gegner reiste außerdem mit dem Mythos des Italien-Bezwingers zur WM. Die Amerikaner sind in der Nacht auf Freitag (3.00 Uhr MESZ) in Los Angeles gegen Paraguay im Einsatz – und auf einen Sieg eingestellt.

Kanada – Bosnien-Herzegowina: Marsch-Team will ersten WM-Erfolg überhaupt

Bei der dritten Endrunden-Teilnahme wollen die Kanadier mit dem ersten Sieg bei einer WM überhaupt den Grundstein zum Aufstieg legen. Star im Team von Trainer Jesse Marsch ist Bayern Münchens Alphonso Davies. Der Kapitän dürfte den Auftakt aufgrund einer Oberschenkelverletzung aber versäumen. Schon vor der WM fiel mit Marcelo Flores ein eingebürgerter Offensivmann aus. Die Hoffnungen auf den ersten Erfolg nach bisher sechs Niederlagen in sechs WM-Spielen ruhen nun auf Jonathan David. Der Juventus-Stürmer ist mit 39 Treffern Kanadas Rekordtorschütze.

Der ehemalige Salzburg-Meistermacher Marsch ist mit seiner Auswahl schon acht Spiele ungeschlagen. Sechsmal kassierten die Kanadier dabei kein Gegentor, sie trafen aber auch nur acht Mal selbst. Marsch bekrittelte diesbezüglich „negative Fragen“ der Medien. „Wir müssen mehr Tore schießen und wir werden mehr Tore schießen“, betonte der US-Amerikaner. Beim letzten großen Turnier überzeugten die „Ahornblätter“: Bei der Copa America 2024 in den USA scheiterten die Kanadier erst im Halbfinale an Weltmeister Argentinien.

Die Bosnier dürften sich in Toronto fast wie zu Hause fühlen. Im Zuge der bosnischen Diaspora sind Hunderttausende nach Nordamerika ausgewandert, rund 25.000 wurden rund um die Partie in der Stadt erwartet. Richten soll es ein Altmeister. Edin Dzeko ist mit 40 Jahren die große Identifikationsfigur im Team. Der Schalke-Angreifer plagte sich zuletzt jedoch mit einer Schulterverletzung herum. Fix fehlen wird beim Auftaktspiel in Gruppe B der am Knöchel verletzte Haris Tabakovic.

Jesse Marsch will den ersten Sieg Kanadas überhaupt bei einer WM feiern.

Trainer Sergej Barbarez stehen im Angriff neben viel Routine auch die zwei Jungtalente Esmir Bajraktarevic (21) von PSV Eindhoven und Kerim Alajbegovic von Red Bull Salzburg zur Verfügung. Der 18-Jährige geht nach der WM retour zu Bayer Leverkusen. Die „Drachen“ spielen zum zweiten Mal nach 2014 bei einer WM. Vom damaligen Kader sind noch Dzeko und Sead Kolasinac dabei.

USA – Paraguay: Pulisic und Co. wollen „Soccer“ in neue Sphären hieven

Die USA starten mit großen Erwartungen in ihre Heim-WM. Die Generation um Kapitän Christian Pulisic soll „Soccer“ in neue Sphären hieven. „Können Sie die Weltmeisterschaft gewinnen?“, fragte US-Präsident Donald Trump Nationaltrainer Mauricio Pochettino am Rande der WM-Auslosung im Dezember. „Natürlich, Herr Präsident“, antwortete der Argentinier pflichtbewusst. Auch bei den „Stars and Stripes“ gehört demonstrativer Optimismus zum Pflichtprogramm.

Pochettino übernahm den Posten im September 2024 mit der Mission, die USA zumindest ins Viertelfinale zu führen. Die Auslosung bescherte mit der Türkei, Paraguay und Australien in Gruppe D ein machbares Los auf dem Weg in die K.o.-Phase. Von einer WM-Stimmung war bis zuletzt wenig zu spüren, das Auftaktspiel gegen die Südamerikaner könnte dies ändern. Kapitän Tim Ream sprach von einer „einmaligen“ Gelegenheit. „Dadurch kommt mehr Erwartung, mehr Druck. Aber niemand übt mehr Druck auf uns auf, als wir selbst.“

Die 1:2-Niederlage gegen Deutschland im letzten Test gab den USA Auftrieb. Pochettino sah ein ausgeglichenes Spiel gegen eine der besten Mannschaften der Welt. In Inglewood südlich von L.A. soll es gegen Paraguay nun klappen. In einem hart geführten Länderspiel-Duell im vergangenen November gewannen die USA mit 2:1. Milans Pulisic führt eine auf dem Papier starke Offensive an, anfällig scheinen die Amerikaner jedoch in der Defensive.

Paraguay bangte vor der WM um Starspieler Julio Enciso. Der Kreativmann von Straßburg zog sich im letzten Test eine Muskelverletzung zu und dürfte zumindest den Auftakt verpassen. Als Sechster der Südamerika-Quali ist das Team des Argentiniers Gustavo Alfaro erstmals seit 2010 wieder bei der WM vertreten. Der Teamchef versprach: „Wir sind bereit, zu kämpfen.“

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(APA)/Bilder Imago