Neue Regeln, endlich Action? Formel 1 hofft auf spannendes Monaco-Rennen
Die Traditionalisten lieben den Kurs im Fürstentum mit den engen Häuserschluchten, dem Berg hinauf zum Casino, der Vollgaspassage im Tunnel. Und doch lebt der Grand Prix von Monaco (ab Freitag LIVE bei Sky Sport – streame mit Sky X) vor allem von seinem großen Namen, denn es gibt ja dieses ungeschriebene Gesetz: Der Sieger des Rennens wird schon im Qualifying bestimmt, Überholen ist auf dem engen Stadtkurs im Fürstentum nahezu unmöglich – in diesem Jahr allerdings könnten die neuen Regeln endlich für mehr Action sorgen.
„Ich glaube, Monaco wird tatsächlich eines dieser Rennen sein, bei denen diese Autos sehr gut funktionieren könnten“, sagte Ferrari-Star Charles Leclerc, der sein Heimrennen 2024 gewonnen hat und am Mittwoch seinen Vertrag bei der Scuderia verlängerte. Leclerc und sein Teamkollege Lewis Hamilton gelten als Favoriten, weil Ferrari „in den langsameren Passagen eine deutlich bessere Performance als alle anderen Teams hat“, sagte Weltmeister Lando Norris, dessen McLaren-Team vor dem 1000. Grand Prix steht.
2025 gab es ein einziges Überholmanöver in Monaco, selbst die obligatorischen zwei Boxenstopps brachten keine Spannung. Im Jahr davor funkte der gelangweilte Max Verstappen an die Box, er hätte sich besser ein Kissen mitbringen sollen, weil die zu breiten Autos einfach nur hintereinander herfuhren.
Monaco als Ferrari-Strecke? Die Ausgangslage vor dem Klassiker
Nun könnte es mit der neuen Generation damit vorbei sein. Die Autos sind deutlich kleiner, beschleunigen rasant und können in den engen Passagen noch dichter auffahren. Weil es kaum lange Geraden gibt, müssen sich die Fahrer keine Gedanken übers Energiemanagement machen und können das Potenzial des Autos voll ausreizen.
Also endlich richtig Action auf der Traditionsstrecke? Kimi Antonelli bleibt skeptisch, ein Feuerwerk an Überholmanövern wird es auch diesmal nicht geben, glaubt er. Man müsse weiter „volles Risiko gehen, damit ein Manöver auch wirklich funktioniert“, prognostizierte der WM-Führende: „Aber ich glaube, Überholen wird dieses Jahr keineswegs unmöglich sein.“
So oder so: „Monaco ist und bleibt einfach etwas ganz Besonderes – völlig egal, mit welchem Auto man dort fährt und egal, wie viel elektrische Energie darin steckt oder eben nicht“, betonte Vorjahressieger Norris: „Vor allem das Qualifying am Samstag ist etwas, dem man als Rennfahrer mehr entgegenfiebert als fast allem anderen im gesamten Kalender.“
Monaco hat eben seit jeher seinen ganz besonderen Reiz – jetzt muss der Mythos nur noch sportlich begeistern.
(SID) / Bild: Imago
