Offiziell: Klopp übernimmt DFB-Team

Jürgen Klopp ist neuer deutscher Fußball-Teamchef. Der frühere Liverpool- und Dortmund-Meistermacher wurde am Freitag offiziell präsentiert. „Es ist ein sehr, sehr besonderer Tag für mich“, sagte er bei seiner Vorstellung in Frankfurt. Deutschlands Verband hatte sich nach dem blamablen Sechzehntelfinal-Aus bei der WM gegen Paraguay von Julian Nagelsmann getrennt. Außerdem übernimmt Ex-Weltmeister Per Mertesacker mit Jahresbeginn 2027 das Amt des DFB-Geschäftsführers.

Die DFB-Gremien stimmten Klopps Verpflichtung einstimmig zu. Der Vertrag des 59-Jährigen, zu dessen Assistenten auch Ex-Salzburg-Coach Pepijn Lijnders zählen wird, beginnt am 15. August und läuft vier Jahre bis zur nächsten WM. Als erste Aufgabe muss Klopp die Qualifikation für die EURO 2028 schaffen.

„Große Ehre“

Klopp sagte, es sei „eine große Ehre“, das Amt zu übernehmen. In einer vom DFB verbreiteten Erklärung wurde er mit den Worten zitiert, „die Nationalmannschaft kann uns Deutsche verbinden wie kaum etwas anderes. Genau das macht diese Aufgabe für mich so besonders.“ Er freue sich „auf diese besondere Aufgabe im deutschen Fußball, die wir gemeinsam mit Demut und Geduld angehen werden“. Er wolle eine Mannschaft entwickeln, „die füreinander kämpft, die Freude am Fußball hat und hinter der sich die Menschen in unserem Land mit voller Überzeugung versammeln können“.

Der Coach erklärte, er wolle es wieder schaffen, „dass die Leute nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: ‚Wow, das war wirklich cool‘.“ Klopp ist zudem von der Kraft des Fußballs auch in der Gesellschaft insgesamt überzeugt. „Ich habe dreimal erlebt, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann“, sagte der frühere Trainer von Mainz, Dortmund und Liverpool. Er glaube, „dass Fußball auch ein Land verändern kann“.

Neuer DFB-Teamchef hat Visionen

Klopp nannte den Fall, dass Deutschland Weltmeister werden würde und sagte: „Stelle man sich mal vor, es wäre so: Am nächsten Tag wäre der Nachbar nicht mehr so ein Arsch, wie wir im Moment vielleicht denken, er ist. Oder das Wetter wäre nicht so schlecht oder Friedrich Merz würde nicht alles falsch machen, obwohl er versucht, alles richtig zu machen und so weiter.“ Klopp ergänzte: „Das ist das, was Fußball verändern kann. Und das zu wissen, bedeutet: Ab heute müssen wir alles dafür tun – nicht, dass wir Weltmeister werden, dass wir so spielen, dass wir es können.“

Für Journalisten hatte Klopp eine Warnung parat. „Wenn ihr euch danebenbenehmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg. Wenn ihr morgen sagt, der ist scheiße, dann bin ich weg“, sagte er und ergänzte, das müssten schon mehrere Kritiker sein, ein einzelner reiche da nicht. Er wolle dann auch keine Abfindung. „Ich mache das nicht gegen euch, sondern für euch.“

Job mit „Größe und Verantwortung“

Klopp hatte zuvor seine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass bereits in den vergangenen Wochen über Details zu seinem neuen Job berichtet wurde. Er fühle sich allen Fans verpflichtet. „Ich hatte schon eine Ahnung, wie groß das Amt des Bundestrainers ist. Aber wenn man direkt damit in Verbindung gebracht wird, fühlt man die Größe und die Verantwortung noch mehr.“

Klopp arbeitete zuletzt für den Red-Bull-Konzern bei dessen internationalen Fußballaktivitäten. Ende September und Anfang Oktober stehen für den neuen Teamchef im Rahmen der Nations League seine ersten Länderspiele an. Es geht am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande, danach folgen Spiele gegen Griechenland, Serbien und nochmals Griechenland.

Die Auflösung von Klopps Vertrag mit Red Bull sei eine „komplexe Thematik“ gewesen, berichtete DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Man habe aber eine gute Lösung gefunden. Diese sieht eine Zahlung von einer Million Euro an die Stiftung „Wings for Life“ des Getränkeunternehmens vor. Zudem wird es in Leipzig drei Länderspiele bis 2030 geben.

Werbung