Erster Grand-Slam-Titel! Andrejewa triumphiert in Paris

Das neue Siegergesicht auf Grand-Slam-Ebene heißt Mirra Andrejewa. Die als Nummer acht gesetzte, 19-jährige Russin gewann am Samstag das Überraschungs-Finale bei den mit 61,72 Millionen Euro dotierten French Open gegen die polnische Qualifikantin Maja Chwalinska sicher 6:3,6:2.

Die diesjährige Linz-Siegerin kassierte für den Major-Premierensieg 2,8 Mio. Euro, Chwalinska freute sich über die Hälfte. Andrejewa klettert auf WTA-Rang sechs, ihre Gegnerin von 114 auf 21.

Andrejewa gratulierte in einer langen Siegerinnenrede auch Chwalinska für ihren Sensationslauf. „Gratuliere, Maja. Du hattest aufregende drei Wochen und hast so gute Spielerinnen geschlagen.“

Doch natürlich war die Freude über ihren ersten Titel bei einem der vier Grand-Slam-Turniere alles überstrahlend. „Seit ich sehr jung war, habe ich Roland Garros-Matches angeschaut und habe davon geträumt, hier zu spielen. Ich kann nicht glauben, dass ich diese Trophäe jetzt in Händen halte“, sagte die 19-Jährige, die den Pokal von Ex-Siegerin Mary Pierce erhalten hatte.

Andrejewa dankt vielen und vor allem sich selbst

Andrejewa dankte u.a. ihrem Coach Conchita Martinez und ganz offen auch ihrer in Florida weilenden Psychologin Alexis. Und dann, das hat sie auch schon in Linz gemacht, kam der Dank an sich selbst. „Ich danke mir, dass ich an mich geglaubt habe, immer 100 Prozent gegeben habe, und versuche, jeden Tag besser zu werden. Ich habe viele Dämonen in mir bekämpft und wie nervös ich war“, gestand die Russin, auf deren Jacke dieser Dank auch als Spruch „Ich möchte mir selbst danken. Mirra“ gedruckt war. Was nicht als Überheblichkeit, sondern als Demut gewertet werden soll.

Chwalinska hatte zuvor ihrer Bezwingerin Rosen gestreut. „Mirra, du bist so jung und so talentiert und das nervt so“, scherzte sie. „Ich wünschte, ihr hättet heute ein besseres Match gesehen, aber Mirra war einfach zu gut, also denke ich, ist es ihr Fehler. Ich werde diese drei Wochen nie vergessen.“

Breakfestival zu Beginn der Partie

Erst nach 25 Minuten und im fünften Game setzte sich in einem von starkem Wind beeinträchtigten Finale die Aufschlägerin durch. Nach vier Breaks en suite war es die Außenseiterin Chwalinska, die als Nummer 114 der Welt in die Qualifikation für das zweite Major gegangen war, die erstmals den Aufschlag durchbrachte. Hohe „Mondbälle“, also sehr hohe Topspinschläge dominierten in dieser Phase das Match.

Vor den Augen von u.a. US-Schauspielstar Brad Pitt gab die mit viel Spielwitz agierende Chwalinska dann zum 3:4 neuerlich das Service ab und erstmals bestätigte Andrejewa zum 5:3 ein Break. Die Russin blieb nun offensiv und holte zu Null Break Nummer vier und Satz eins nach 42 Minuten.

Ab dem 3:3 im ersten Satz holte Andrejewa nicht weniger als acht Games en suite und ging im zweiten Durchgang innerhalb von nur 21 Minuten 5:0 in Führung. Chwalinska gelang noch das Ehrengame, ehe sich ihre Kontrahentin nach 82 Minuten die Coupe Suzanne Lenglen für den Triumph in Roland Garros sicherte.

Chwalinska verpasst zehnten Sieg en suite

Für Chwalinska endete ein märchenhafter Lauf nach neun Siegen en suite aus der Qualifikation heraus. Die 24-Jährige ist förmlich für ihre frühere Doppelpartnerin und Landsfrau Iga Swiatek in die Bresche gesprungen.

Eigentlich war Letztere eine der Favoritinnen gewesen und hatte in Roland Garros schon viermal triumphiert, diesmal kam das Aus von Swiatek schon im Achtelfinale.

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(SID)/Bild: Imago