Soll Alaba bei der WM starten? Das sagen Krankl und Prohaska
Auf ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick wartet bei der WM im kommenden Sommer eine schwierige Entscheidung bezüglich David Alaba. Soll der Kapitän das ÖFB-Team trotz mangelnder Spielpraxis und Matchfitness aufs Feld führen?
Die beiden ÖFB-Legenden Hans Krankl und Herbert Prohaska haben sich bei „Talk und Tore“ zur Thematik geäußert. Prohaska würde die Startelfberufung von Alaba an gewisse Bedingungen knüpfen.
„Das Hauptproblem für ihn ist: Er muss zu einhundert Prozent fit sein. Das kann man aber nur feststellen, wenn er jetzt bei Real Madrid auch zum Einsatz kommt. Vielleicht kriegt er dort jetzt mehr Spielzeit, da sie die Meisterschaft ziemlich sicher nicht gewinnen werden und aus der Champions League ausgeschieden sind. Für unsere Nationalmannschaft wäre es gut, wenn er diese Praxis bekommt“, sagte Österreichs WM-Trainer von 1998.
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Prohaska: „Alaba hat einen großen Namen“
Auch für den Fall, dass Alaba bei Real Madrid in den restlichen Wochen der Saison nicht mehr die gewünscht Spielpraxis erhält, würde aus Sicht von Prohaska allein der Name Alaba für eine Startelf-Berufung sprechen. „Er hat eine riesige Erfahrung und einen großen Namen. Wenn er als Kapitän auf dem Feld steht, ist er schlichtweg ein Spieler von Real Madrid – das ist eine ganz andere Ausstrahlung, auch im Umgang mit den Schiedsrichtern, als wenn du bei einem kleinen Verein spielst. Das darf man nicht unterschätzen.“
Dennoch sei die Spielpraxis das Wichtigste – auch aufgrund der großen Konkurrenz in der Innenverteidigung. Für die beiden Innenverteidigerpositionen kommen neben Alaba auch Spieler wie Kevin Danso, Stefan Posch, Philipp Lienhart, Leopold Querfeld oder Marco Friedl in Frage – allesamt Spieler, die in ihren Vereinen deutlich mehr Spielpraxis erhalten als Alaba bei Real.
„Wenn er die Spielpraxis nicht bekommt, wird es sehr schwer, weil die anderen Innenverteidiger bewiesen haben, dass sie ihren Mann stellen. Zum Glück ist das nicht mein Problem, sondern das von Ralf Rangnick“, sagte Prohaska.
Krankl: „Das ist nicht gut“
„Ich würde ihn mir im Training ansehen. Das sieht man dann in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Tatsache ist: Er spielt aktuell nicht und ihm fehlt die Spielpraxis – das ist nicht gut. Man muss beobachten, wie er sich im Training präsentiert“, sagte Krankl.
Der „Goleador“ vertraut auf die Erfahrung von Teamchef Rangnick, die richtige Entscheidung zu treffen: „Das ist für jeden Trainer eine reine Gefühlssache. Ich könnte ihn aufstellen oder es könnte sein, dass ich ihn mir als Joker aufspare, um ihn in schwierigen Phasen einzuwechseln. Das kommt ganz auf die Situation und den Zeitpunkt an, wenn es so weit ist.“
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Bild: GEPA