England-Legenden rechnen mit Tuchel ab: „Unbegreiflich“
Thomas Tuchel steht nach Englands WM-Aus gegen Argentinien massiv in der Kritik. Rooney, Lineker und Owen werfen dem Nationaltrainer eine zu defensive Taktik nach der Führung vor.
Englands 1:2 gegen Argentinien sorgt für eine Debatte über Thomas Tuchels Spielplan. Vor allem die Umstellung auf eine Fünferkette steht im Fokus der Experten.
Nach dem WM-Aus gegen Argentinien muss sich Thomas Tuchel scharfer Kritik aus England stellen. Mehrere ehemalige Nationalspieler sehen die Niederlage auch als Folge seiner taktischen Entscheidungen.
England hatte durch Anthony Gordon zunächst mit 1:0 geführt. Danach brachte Tuchel drei Verteidiger und ließ seine Mannschaft in einer Fünferkette agieren.
Wayne Rooney zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht. Der frühere Stürmer kritisierte vor allem die passive Ausrichtung gegen Lionel Messi und Argentinien.
Rooney, Lineker & Owen mit herber Kritik
„Wenn man Messi und Argentinien erlaubt, dass sie auf einen zustürmen, dann sucht man förmlich nach Ärger“, sagte Rooney. Die Wechsel hätten England aus seiner Sicht nicht geholfen.
Auch Gary Lineker sparte nicht mit Kritik. Der langjährige Nationalspieler bezeichnete es als „absolut unbegreiflich“, gegen „den besten Fußballspieler aller Zeiten“ so tief zu verteidigen.
Michael Owen hinterfragte die Botschaft der taktischen Umstellung. Auf X schrieb der Ballon-d’Or-Gewinner von 2001, England müsse unter Druck den Ball behaupten und das Spiel kontrollieren, statt lange Bälle zu schlagen.
Dabei verwies Owen auf Spanien. Die Spanier hätten ihre 1:0-Führung gegen Frankreich mit Mut und Ballkontrolle verteidigt. England habe dagegen nach dem Führungstor zu passiv agiert.
Auch Müller versteht England-Taktik nicht
Auch Bayern- und DFB-Ikone Thomas Müller zeigte nach dem WM-Halbfinale kein Verständnis für die Spielweise der Engländer.
„Ich kann es nicht fassen und nicht verstehen, wie England dieses Spiel nach der Führung angegangen ist. Ich kann nicht begreifen, wie sie die Argentinier eingeladen haben, aus idealen Positionen eine Flanke nach der anderen zu schlagen“, sagte der 36-Jährige in einem Video auf Instagram.
Tuchel verteidigt Entscheidungen
Tuchel selbst verteidigte seine Entscheidungen. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass offensive Wechsel helfen würden“, erklärte der Nationaltrainer. Gleichzeitig übernahm er die Verantwortung für das Aus.
Auch TV-Experte Micah Richards machte Tuchel mitverantwortlich. Nach dem Führungstreffer habe England keine Entlastung mehr gefunden. Richards vermisste mit Ollie Watkins einen frischen Angreifer für die Tiefe.
Zudem meldete sich Ex-Nationalspieler Kyle Walker zu Wort. Er sieht trotz des Halbfinal-Einzugs keinen erkennbaren Fortschritt gegenüber der Zeit unter Gareth Southgate.
