Streit bei Mercedes – Russell gewinnt Sprint von Kanada

Kimi Antonelli schimpft, George Russell gewinnt – und Toto Wolff muss ein Machtwort sprechen: Der Sprint der Formel 1 in Kanada hat die ersten lauten Misstöne im noch jungen Titelduell bei Mercedes gebracht. Russell setzte sich beim Kurzrennen am Samstag letztlich vor Weltmeister Lando Norris im McLaren durch, Antonelli wurde Dritter.

Der WM-Spitzenreiter war mit zwei harten Attacken nicht an Russell vorbeigekommen und beschwerte sich anschließend ausgiebig am Funk über den Teamkollegen.

„Kimi, das ist der falsche Zeitpunkt, wir besprechen das intern, nicht am Funk“, ließ Teamchef Wolff den Italiener nach der Zieldurchfahrt wissen. Bei Sky kündigte der Österreicher anschließend eine Aufarbeitung an: „Daraus können wir lernen, wie wir es machen wollen und wie nicht. Man sieht, wie schnell ein Vorsprung weg ist, wenn man hart miteinander kämpft. Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen.“

Russell und Antonelli kommen sich in die Quere

Mit Blick auf die WM-Wertung tat sich wenig, Russell kam um zwei Punkte näher heran und liegt jetzt noch 18 Zähler hinter Antonelli – allerdings war es auch ein Sieg für das Selbstbewusstsein, der mit Blick auf das Qualifying am Samstagabend und den Grand Prix am Sonntag (jeweils 22.00 Uhr live auf Sky – Streame live mit Sky X) noch wichtig werden könnte. Antonelli hatte in den vergangenen Monaten klar den Ton angegeben und drei Grand Prix in Folge gewonnen.

Hinter ihm holte Oscar Piastri im McLaren Rang vier vor Charles Leclerc und Rekordweltmeister Lewis Hamilton in den beiden Ferrari. Max Verstappen (Red Bull) wurde Siebter, Nico Hülkenberg im Audi landete nur auf Platz 15.

Antonelli drei Mal neben der Strecke

Am Start kamen beide Mercedes gut weg, allerdings war Antonelli dann der Schnellere. In Runde sechs wurde es ernst: Antonelli fuhr in Kurve eins eine erste Attacke, musste aber auf die Wiese ausweichen und den nächsten Angriff vorbereiten. Der folgte in der letzten Schikane, Antonelli schoss aber über den Bremspunkt hinweg und holperte schon wieder über die Kerbs und das Gras.

Antonelli: “Wurde rausgedrückt, so ist das nunmal“

Die Schuld dafür sah der Teenager bei Russell, „das war sehr mies, das sollte eine Strafe geben“, funkte Antonelli. Sein Renningenieur versuchte ihn erfolglos zu beruhigen, „mir egal“, rief Antonelli: „Er hat mich abgedrängt.“ Die Situation beruhigte sich erst nach einem Machtwort von Wolff: „Kimi, konzentriere dich aufs Fahren, nicht auf das Jammern am Funk.“

Antonelli hatte seinen zweiten Platz durch die Manöver an Norris verloren, versuchte bis zuletzt, die Position zurückzuholen – und leistete sich auf der letzten Runde einen weiteren Ausritt.

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(SID) / Foto: IMAGO