Späte Transfer-Action am Deadline Day der ADMIRAL Bundesliga
In der Winter-Transferzeit der Fußball-Bundesliga sind lange die Personalrochaden auf den Trainerbänken im Mittelpunkt gestanden, erst rund um die Deadline am Freitag (17.00 Uhr) nahm das Transfer-Karussell an Fahrt auf.
Rapid holte am Donnerstag mit Andreas Weimann und Yusuf Demir zwei prominente Kicker, Sturm Graz nahm knapp vor der Sperrstunde Abwehrmann Albert Vallci und Leihstürmer Rory Wilson unter Vertrag. Der WAC verpflichtete am Schlusstag gleich drei neue Spieler.
Sky Transfer Update: Alle Transfer-News und Gerüchte aus der Welt des Fußballs
Davor hatten neue Coaches für Schlagzeilen gesorgt. Gleich ein Drittel der Liga tauschte über den Winter den Trainer. Titelverteidiger Sturm Graz (Fabio Ingolitsch), der um den Einzug in die Meistergruppe bangende SK Rapid (Johannes Hoff Thorup), Schlusslicht Blau-Weiß Linz (Michael Köllner) und nach dem Ingolitsch-Abgang notgedrungen auch der SCR Altach (Ognjen Zaric) gehen mit neuen Cheftrainern in die Frühjahrssaison.
Weimann und Demir prominente Rapid-Zugänge
Hoff Thorup bekam in der Offensive zwei klingende Namen als Verstärkung. Demir und Weimann, beide mit Erfahrung im ÖFB-Nationalteam, sollen mithelfen, die aktuelle Krise zu beenden, wobei wohl nur Letzterer gleich helfen kann. Bei Demir dürfte noch größerer körperlicher Aufholbedarf bestehen.
Offiziell: Sturm verstärkt sich mit ehemaligem Salzburg-Verteidiger
Die meisten Neuanmeldungen im Winter, nämlich sechs von laut Bundesliga-Angaben insgesamt 32 im Oberhaus, verzeichnete Sturm. Ingolitsch ließ aus Altach Verteidiger Paul-Friedrich Koller nachkommen. Ablöse bezahlten die Grazer sonst nur für Mittelfeldmann Ryan Fosso von Fortuna Sittard. Davor hatten sie dem Werben der Glasgow Rangers um Tochi Chukwuani nachgegeben und ein Angebot über kolportiert knapp fünf Millionen Euro angenommen. Für Mittelfeldmann und Schlüsselspieler Tomi Horvat, dessen Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre, machte man noch etwas Kasse. Der Slowene ging zum englischen Zweitligisten Bristol City.
Salzburg mit hohen Einnahmen
Den fast schon traditionell teuersten Verkauf im Winter vollzog Red Bull Salzburg. Der Tabellenführer versilberte die Aktie Petar Ratkov und kassierte von Lazio Rom kolportierte 13 Millionen Euro. Der Kader von Thomas Letsch wurde auch durch die Abgabe des erst im Sommer als Führungsspieler geholten, aber nicht überzeugenden Dänen Jacob Rasmussen (1. FC Kaiserslautern) und Lucas Gourna-Douath per Leihe (Le Havre) verkleinert. Mit Tim Drexler kam ein deutscher U21-Teamspieler für die Abwehr. Den ungarischen Teamstürmer Damir Redzic ließ man sich kolportierte 4,75 Mio. Euro Ablöse kosten.
Der LASK, nach einer Siegesserie unter Dietmar Kühbauer erster Salzburg-Verfolger, geht ebenso kaum verändert ins neue Jahr wie der TSV Hartberg. Der WAC hat mit Chibuike Nwaiwu, der um 5,5 Mio. Euro zu Trabzonspor wechselte, einen der besten Verteidiger der Liga ziehen lassen. Auf die Verletzung von Goalgetter Markus Pink reagierte man mit der leihweisen Verpflichtung von Jessic Ngankam von Eintracht Frankfurt. Dazu kamen am Transferschlusstag mit Mittelfeldmann Emin Kujovic und Linksverteidiger David Djuric zwei weitere Kicker.
Millioneneinnahmen warten auch auf die klamme Wiener Austria, die im Sommer einen Rohdiamanten abgibt. U17-Vizeweltmeister Ifeanyi Ndukwe folgte dem Lockruf des Liverpool FC, der laut Medienberichten etwa vier Millionen Euro überweist. Die Suche nach einem neuen Stürmer, den man aufgrund der langfristigen Ausfälle von Noah Botic und Manprit Sarkaria benötigen würde, verlief aber ergebnislos.
Neue Torhüter bei GAK und BW Linz
Der Tabellen-Vorletzte GAK holte wie Schlusslicht Blau-Weiß Linz vier neue Kicker. Beide Teams gehen mit einer neuen Nummer eins in den Abstiegskampf. Die Grazer reagierten auf enttäuschende Torhüterleistungen mit der Leihe von Franz Stolz von CFC Genoa. Die Linzer holten den Deutschen Nico Mantl, einst Schlussmann in Salzburg, leihweise bis Saisonende aufgrund des Achillessehnenrisses von Einsertorhüter Viktor Baier.
Aufsteiger SV Ried, der überraschend in den Top sechs überwintert hat, investierte mit den Verpflichtungen von Evan Eghosa Aisowieren (20) und Jussef Nasrawe (18) in die Zukunft. Die ligaweit 32 Neuanmeldungen liegen deutlich unter dem Wert des Vorjahres, als die Clubs laut Ligaangaben im Winter 46 Neuzugänge verzeichnet hatten. Ein Viertel davon wurde diesmal am geschäftigen „Deadline Day“ abgewickelt.
(APA).
Beitragsbild: GEPA.
